Meine kleine Tochter Melanie ist mit der Behinderung "Lissencephaly - Miller
Dieker Syndrom" kurz "Liss" geboren worden. Ich hoffe, das ich einen kleinen
Einblick geben kann, was das für eine Behinderung ist! Es war sehr schwierig für
uns, da wir keine Informationen darüber bekamen, wie das Leben von Melanie denn
aussehen würde...
Leider gibt es nicht sehr viele Infos über Liss, die Erklärungen über die
angeborene Gehirnmissbildung und die dazugehörigen Symptome. Die Infotexte auf
den nachfolgenden Seiten sind von mir recherchiert worden. Ich habe die Befunde
meiner Tochter und das Fachwissen von den mir bekannten Ärzten dazu verwendet.
Ich möchte mich hiermit aber eindeutig von der Vollständigkeit und Richtigkeit
distanzieren. Die Infos dienen lediglich zur Erklärung und stellen nur eine
kleine Hilfestellung für Eltern, Ärzte und Interessierte dar.
Die folgenden Informationen enthalten viele medizinische Ausdrücke, für Fragen
stehe ich gerne zur Verfügung!
Lissencephaly, kurz Liss, ist eine schwere Fehlbildung das Großhirnes.
Normalerweise ist das Gehirn in Windungen gelegt, bei Kindern mit Liss fehlen
diese komplett (Agyrie) oder es tritt eine Mischform auf (Pachygyrie).
Lissencephaly ist der Oberbegriff der Behinderung und bedeutet Glatthirnigkeit.
Die einzelnen Untergruppen werden in Lissencephaly Syndrome eingeteilt
(Definition der Syndrome die als Hauptbefund Lissencephaly - Agyrie oder
Pachygyrie aufweisen).
Man unterscheidet unter drei Typen dieser Krankheit:
| Typ 1 | Typ 2 | Typ 3 |
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Leider sind noch nicht alle Syndrome vollständig auf dieser Webseite erklärt, da diese Behinderung sehr selten ist, fehlt es einfach an den nötigen Informationen! Vielleicht kann mir der eine oder andere dabei helfen, damit ich alle fehlenden Syndrome gesammelt zeigen kann. Auch Ärzte oder Krankenschwestern dürfen sich angesprochen fühlen :o)

Deshalb kann das Gehirn die nötigen Informationen nicht weitergeben oder
aufnehmen und das betroffene Kind bleibt auf einem Entwicklungsstand eines
Säuglings. Lissencephaly kann an einer Gen Vererbung liegen oder sich aus einer
Laune der Natur heraus entwickeln, in jedem Fall ist eine Genuntersuchung zu
raten, um ein Wiederholungsrisiko zu vermeiden oder auszuschließen. Sofern die
Missbildung nicht im vorgeburtlichen Ultraschall aufgefallen ist, wird eher
selten bei oder kurz nach der Geburt erkannt. Das liegt daran, dass die
Säuglinge keine Auffälligkeiten vorweisen. Die Neugeborenen verhalten sich genau
so, wie gesunde Kinder, die Reflexe sind normal! Das liegt darin, das die
Verhaltensmuster angeboren sind und vom Hirnstamm kontrolliert werden.
Im Alter von 2 bis 5 Monaten weisen die meisten Babys die ersten
Hauptauffälligkeiten auf. Dieses kann sich unterschiedlich zeigen, eine
mangelnde Blickfolgebewegung, schlechtere Nahrungsaufnahme, geringe
Gewichtszunahme und Krampfanfälle,... Bei anderen erkennt man schon kurz nach
der Geburt deutliche Probleme, wie zum Beispiel einen sehr kleinen Kopfumfang,
eine schwache Spontanatmung oder andere angeborene Fehlbildungen wie z.B.
Herzfehler, Polydaktylie - Mehr Finger oder Zehen.
Kinder mit Liss sind geistig schwer behindert. Sie können nicht sprechen,
greifen und haben keine Kontrolle über ihre Bewegungen. Selbständiges sitzen,
krabbeln oder laufen ist nicht möglich; Eine begrenzte Kopfkontrolle ist
manchmal mit viel Training zu erreichen. Die häufigsten Probleme sind schwere
Krampfanfälle, Lungenentzündungen und Trink - und Fütterungsschwierigkeiten.
Leider sterben 50% der Kinder im ersten Lebenshalbjahr, die restlichen oftmals
im Kleinkindalter. Es sind nur wenige Kinder bekannt, die über 10 Jahre oder
älter wurden.
Lissencephaly - Störungen der Hirnrindenentwicklung
Die Zellschichten der Hirnrinde und die Gyri bzw. Sulci der Hirnoberfläche
entstehen, nachdem es zur Migration von Neuroblasten gekommen ist. Diese wandern
von ihrem Ursprungsort im Bereich der subependymalen, periventrikulären
Keimlagerzone entlang den Fortsätzen von Gliazellen an ihren Bestimmungsort.
Dabei kommen die am meisten außen gelegenen Zellen aus dem tiefen Schichten.
Störungen der Migration entstehen um den dritten bis vierten
Schwangerschaftsmonat. Es resultiert eine Fehlverschaltung von Nervenzellen,
nicht selten auch eine mangelnde oder veränderte Ausbildung der Furchen.